SNMP und Backup auf dem VMware ESXi 5.1 (vSphere Hypervisor)

VMware bietet eine Vielzahl verschiedener Virtualisierungssoftwarelösungen für den Heim- und Geschäftsgebrauch.

Darunter fällt zum Beispiel der VMware Player oder die -Workstation. Wobei der Player für den Heimgebrauch vorgesehen ist und im Gegensatz zur Workstation viele Funktionen, wie die Möglichkeit Snapshots zu erstellen, fehlen. Dafür ist er aber kostenlos.

Die Workstation kostet um die 200 € und ist für den geschäftlichen Gebrauch bestimmt – kann aber auch von privaten Personen erworben werden.

Ein weiteres Produkt ist der ESXi Server/Hypervisor.

Der ESXi ist ein von VMware entwickeltes Betriebssystem auf Linux-Basis, auf dem virtuelle Maschinen betrieben werden können. Für andere Zwecke ist es nicht geeignet.

Hiervon sind eine kostenlose und in der Funktion eingeschränkte Version und eine kostenpflichtige, mehrere 100 € teure Versionen, erhältlich.

Mit der kostenlosen Version (dem VMware vSphere Hypervisor) ist es zum Beispiel nicht möglich von außen auf die API des Server zuzugreifen. D. h. nützliche Möglichkeiten wie das Erstellen von Backups, während die VM läuft, durch einen weiteren externen Server ist nicht möglich.
Jedoch ist sie lokal voll einsatzfähig, was uns ermöglicht einige der Jobs auf dem Host selbst zu starten.

Ich betreibe daheim auch einen ESXi mit 16 GB RAM und einen Quad-Core mit 3,2 GHz. Zum Zeitpunkt, als ich diesen Artikel geschrieben habe, lief er schon mehrere Woche wodurch ich schon einige Erfahrungen sammeln konnte.

Da das System out-of-the-Box, wie oben schon beschrieben, ziemlich eingeschränkt ist, muss man es sich selbst etwas aufbohren und per SSH und SCP Hand anlegen. Dabei kommen einem die Eigenheiten des speziellen Linux-Systems immer wieder in die Quere.

Beispielsweise wird das ganze OS beim Systemstart neu entpackt und beim herunterfahren lediglich einige Konfigurationsdateien gesichtert. Natürlich bleiben die VMs auf den „DataStore“ genannten Speichern erhalten.
Dadurch gehen die meisten Einstellungen und Anpassungen, die nicht über den vSphere Client passierten, nach einem Neustart verloren, was sehr ärgerlich ist.

Jedoch gibt es einen Weg die Anpassungen Reboot-Resistent zu machen.

Wer seinen Server per SNMP überwachen möchte, kann dieses Feature nach der Installation über den vSphere Client nicht aktivieren, aber über die Kommandozeile funktioniert dieser Schritt einwandfrei.

Hierfür gehen wir wie folgt vor:

Als allererstes laden wir uns den SSH-Client „PuTTY“ und den SCP-Client „WinSCP“ herunter und starten sie. Natürlich müssen wir den SSH-Zugang auf dem ESX selbst aktiviert haben. Das gilt für alle weiteren Schritte.

Als nächstes verbinden wir uns per SCP und loggen uns ein.
Nun müssen wir zur Konfigurationsdatei in

/etc/vmware/snmp.xml

navigieren uns sie per Rechtsklick/Edit öffnen.

Als nächstes ändern wir „false“ zwischen <enabled> und </enabled> zu „true“ und schreiben zwischen <communities> und </communities> „public“:

<enable>true</enable>
<communities>public</communities>

Jetzt speichern wir und begeben uns per SSH (PuTTY) auf die Kommandozeile, wo wir folgendes eingeben, um den Service zu starten:

/sbin/services.sh restart

Haben wir das ohne Fehlermeldungen geschafft, läuft der SNMP-Dienst und kann zum Monitoren des Hosts verwendet werden.
So überwache ich ihn zum Beispiel mit dem Monitoringtool PRTG.

Jetzt bleibt uns noch die Frage, wie wir nun das Backup unserer virtuellen Maschinen realisieren.

Zum Glück hatte sich schon jemand die Mühe gemacht und schrieb bereits ein Skript, was genau das für uns erledigt. Es nennt sich ghettoVCB.

Das schöne daran: Man kann die Sicherungen lokal auf eine andere Festplatte oder auf einen externen Server per NFS übertragen.

Um dieses Programm zu installieren, sind jedoch einige Schritte nötig, die hier sehr gut erklärt werden.

Ein kleiner Tipp am Rande:
Speichere das Skript auf deinem Server an einen sicheren Ort, wie zum Beispiel /bootbank.
Darin liegen nämlich auch die Systemdateien, die beim Start entpackt werden. Somit wird das Skript nicht bei jedem Neustart gelöscht und du musst nicht jedesmal von vorne beginnen.



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